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SOLODARBIETUNG "AGNES" oder "DAS GEHEIMNIS VON SCHLOSS BLUTENBURG"
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amelkin wrote in amelkin_gbr
  
  
  
  
  
  SOLODARBIETUNG "AGNES" oder "DAS GEHEIMNIS VON SCHLOSS BLUTENBURG"
  
   Autor, Regisseur, Bühnenbildner und Komponist: Alexander Amelkin
   Koautoren: Anna Neumann, Jörg Hahn und Albert Zwilling
  
  Bühnenbild: http://hiero.ru/2246050 http://hiero.ru/2245921 http://hiero.ru/2245397
  
  
  
  
  
  
   Am Abend war Beleuchtung schwach.
   Reflexionen wurden blasser und schwächer ...
   Die Winterreifen rauschten wach.
   Die fernen bleichen Sterne glänzten und glänzten.
  
   Ich hörte das Signal,
   das um die Ecke kam.
   Die Tram voll froher Menschen hetzte!
   Die Dunkelheit verschwand!
   Mein Kopf, der wurde klar.
   Die Tram war weg. Es war die letzte.
  
  
   Dieses traurige Lied (https://youtu.be/hegdcK1NT98) kam mir plötzlich in den Kopf, als ich eines Tages auf meinem alten Fahrrad an einem Dezemberabend entlang der Agnes-Bernauer-Straße fuhr und an Agnes Schicksal und auch an mein eigenes dachte.
  
   Die letzten 15 Jahre versuchte ich vergeblich, mich in diesem Leben als freiberuflicher Künstler zu positionieren. Meine Gemälde wurden seit Langem nicht mehr gekauft, die Arbeit als Straßenkünstler brachte kaum Einkommen, und ich beschränkte mich auf Auftragsarbeit. Aus einer kreativen Person hatte ich mich in einen Yuppie verwandelt. Und eines Tages schrieb ich in einem Ausbruch von Selbstironie den Yuppie-Blues über mich selbst:
  
  
   Täglich. Rund um die Uhr.
   Jahrelang. Und wofür?
   Business-Plan. Plan-Prospekt.
   Atelier. Kunstprojekt.
  
   Telefon. Telefax.
   Wenig Schlaf wegen DAX!
   Krise kommt! Dann Progress.
   Atemnot! Ewig Stress!
  
   Das ist der Yuppie-Blues.
   Das ist mein Yuppie-Blues.
   Wie mache ich mit meinem
   alten Leben Schluss?
  
   Das ist der Yuppie-Blues.
   Das ist mein Yuppie-Blues.
   Na, schön, dann sag ich gerne
   dem alten Leben Tschüss.
  
  
   Einst stieß ich auf die Phrase des amerikanischen Genetikers Bruce Lipton, dass unsere Gedanken, inneren Haltungen und unser Lebensstil einen entscheidenden Einfluss auf unsere innere und äußere Wirklichkeit haben und die Gene steuern können.
  
   Dann beschloss ich mein Schicksal zu ändern, versammelte alle meinen Kräfte, innere Haltung und Gedanken und ... plötzlich passierte mir eine ganz unglaubliche Geschichte!
  
   Ende des März 2015 fegte der Orkan "Niklas" über München. Stadt wurde für ein paar Tage in Dunkelheit getaucht, und der starke Wind brach die Bäume und Äste flogen durch die Luft. Bei diesem Wetter hatte ich absolut keine Lust auf Kreativität!
  
   Aber hörte der Orkan glücklicherweise auf die Hurrikane, und an einem ruhigen sonnigen Aprilabend zeichnete ich ein Auftragsporträt zu Hause in meinem Atelier, während im Hintergrund der Fernseher lief. Plötzlich erzählte der Sprecher von einem Tongefäß mit Goldmünzen und einem alten Manuskript, das vor kurzem von einem neunjährigen Schüler in der Nähe von Schloss Blutenburg unter den riesigen Wurzeln eines umgestürzten Baumes gefunden wurden! Der Fundort befand sich ganz in der Nähe meines Ateliers.
  
   Danach vergingen mehrere Monate. Um Material für die bestellten Bilder zu sammeln, besuchte ich das historische Museum in meiner Nachbarschaft, wo ich unerwartet auf die Ausstellung stieß, die mich an die damalige TV-Sendung denken ließ. Das Museum stellte eine der von dem Jungen gefundenen Goldmünzen und das alte Manuskript aus.
  
   Die Münze datierte auf das Jahr 1435 und hatte eine eher ungewöhnliche Erscheinung. Auf einer Seite war das Gesicht einer Frau mit zwei Inschriften zu sehen: die Aufschrift "Agnes" und ein anderes Wort in einer unverständlichen Sprache und in einer sehr seltsamen Schrift, das vielleicht den Namen "Agnes" duplizierte. Die Rückseite der Münze zeigte das Wappen des Hauses Wittelsbach. Daneben lag das Manuskript. Das Manuskript war in derselben sonderbaren Sprache, wie das Wort auf der Münze, geschrieben.
  
   Am selben Tag hatte ich das Glück, den Direktor des Museums zu treffen, der mich unerwartet in das Geheimnis des schon entzifferten Manuskripts einweihte.
  
   Aus dem Text des Manuskripts ging hervor, dass es im Jahre 1438 von Herzog Albrecht III. persönlich im Schloss Blutenburg in der Sprache von Elfen geschrieben wurde. Die Elfen waren das älteste und geheimnisvollste Volk, das jemals auf der Erde lebte. Der Direktor erklärte mir, dass die Elfen als fliegende Amphibien von den Sumerern und Babyloniern beschrieben wurden. Die Sumerer nannten sie "Ellu" und die Indo-Europäer und die alten Germanen gaben ihnen den Namen "Elbiz", das als "weiß" oder "glänzend" übersetzt werden kann. In dem Manuskript wurde eine unglaubliche Geschichte präsentiert, die Albrecht III. betraf, und enthielt auch einige geheime Informationen über die Geschichte der Menschheit.
  
   Der Museumsdirektor war so freundlich, mir eine Kopie des Manuskripts samt Übersetzung zu schenken. Im Folgenden erzähle ich Ihnen jetzt eine, an die aktuellen Bezeichnungen angepasste, Zusammenfassung des gefundenen Manuskripts.
  
   Das Manuskript wurde von Prinz Albrecht unter Geheimhaltung im Schloss Blutenburg in der unbekannten Sprache und Schrift der Elfen geschrieben. Die Elfen kamen vor Hunderttausenden Jahren mit einer spezifischen Mission auf die Erde. Sie stammten von dem weitentfernten neunten Planeten des Sonnensystems jenseits von Pluto. Das Leben auf dem Planeten der Elfen war nur in einem, mit einem Eispanzer bedeckten, alkalischen Ozean möglich. Dieser Ozean wurde durch thermale Quellen erwärmt.
  
   Der Planet der Elfen enthielt auf dem felsigen Boden des Ozeans luftgefüllte Unterwasserhöhlen auf deren Grund Pflanzen wuchsen, die die Fähigkeit hatten, Licht zu emittieren und Sauerstoff zu erzeugen. Die Elfen selbst hatten auch die Fähigkeit zu lumineszieren, weshalb die uralten Menschen sie "weiß" oder "glänzend" nannten.
  
   Die Flossen der Elfen ähnelten vier großen Flügeln, die für den Flug auf relativ kurzen Distanzen verwendet werden konnten. Für interplanetare Reisen benutzten die Elfen spezielle biokosmische Technologien und reisten durch Wurmlöcher.
  
   Auf Grund der Überbevölkerung des eigenen Planeten, waren die Elfen gezwungen, die Erde zu erkunden. Allerdings konnten die Elfen die Erde nur für begrenzte Zeit besuchen und die äußeren Bedingungen nur mit Raumanzügen ertragen.
  
   Die Elfen waren sich bewusst, dass sie für eine Massenkolonisation der Erde einen ständigen intelligenten Vertreter, der an die irdischen Bedingungen angepasst war, erschaffen mussten.
  
   Zu diesem Zweck kreierten die Elfen auf der Erde in der Nähe des Berges Ararat den alkalischen Vansee, den sie durch durch Blockade des Abflusses des Sees mit Hilfe eines künstlichen Vulkanausbruches erzeugten. Zur Vorbereitung wurde das Wasser des Sees entsprechend den Bedingungen auf dem Planeten der Elfen alkalisch gemacht. Im Vansee erstellten die Elfen ein Genlabor, um Lebewesen nach ihrem eigenen Bilde, aber mit an irdische Bedingungen angepassten Parametern zu kreieren. Das Labor wurde von den Elfen "Paradies" und "Garten Eden" genannt.
  
   Nach vielen erfolglosen Versuchen erschafften die Elfen im Garten Eden vor 200.000 Jahren die ersten Menschen durch eine Kombination von Genen der Elfen und der amphibischen Wasseraffenart Hydropithecus. Die ersten Menschen waren groß, stark und widerstandsfähig, ruhig und friedlich, und in der Lage bis zu 1500 Jahre zu leben. Anfangs waren die Menschen Amphibien, wie die Elfen, und hatten ein Loch in der Schädeldecke mit einem dritten Auge (Pinealorgan - die Zirbeldrüse), und hatten auch die inneren Kiemen, für Fische und Amphibien charakteristische Organe.
  
   Die Menschen haben die Sprache der Elfen gelernt und mit ihnen telepathisch durch das dritte (parietale) Auge kommuniziert. Einen Teil der notwendigen Kenntnisse war von den Elfen im menschlichen Genom fest verankert worden.
  
   Zunächst lief alles nach Plan. Unter der telepathischen Leitung der Elfen etablierten die Menschen die gesamte notwendige Infrastruktur für die Besiedlung des Planeten. Aber plötzlich passierte vor 74.000 Jahren eine globale Katastrophe, und zwar die Ausbrüche von zwei Supervulkanen, durch die eine riesige Sintflut hervorgerufen wurde.
  
   Durch die Katastrophe wurde der Großteil der Menschen getötet. Dennoch versuchten die Elfen die Menschen zu retten soweit es ihnen möglich war. Auf dem Berg Ararat und in anderen Gebirgen konnten insgesamt nur etwa 2.000 Menschen gerettet werden, die die Grundlage für die Weiterentwicklung der menschlichen Art bildeten.
  
   Die Überlebenden hatten eine Reihe, der für die Elfen wichtigen Eigenschaften durch Mutationen verloren. Zum Beispiel hatte sich das dritte Auge der Menschen in die Zirbeldrüse zurückentwickelt, so dass die Kommunikation zwischen den verbleibenden Menschen und den Elfen gestört war. Außerdem degenerierten die Kiemen zu Halsdrüsen. Fast alle dieser wenigen Menschen hatten auch die Eigenschaften der Amphibien vollständig verloren. Und die Lebenserwartung der Menschen war um das Zehnfache reduziert.
  
   Alle technischen Einrichtungen auf der Erde waren zerstört, und die menschliche Zivilisation wurde in seiner Entwicklung um viele tausend Jahre zurückgeworfen. Das Experiment der Elfen mit dem Codenamen "Amphibien-Mensch" war gescheitert. Die Besiedlung der Erde durch die Elfen wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.
  
   Aber die Elfen gaben die Idee der Kolonisation nicht auf. Daher mussten spezielle Geräten konstruiert werden, die es den Elfen ermöglichen konnten, mit den Menschen über das Rudiment des dritten Auges - Zirbeldrüse - zu kommunizieren. Solche Geräte, so genannte "Insignien", wurden von den Elfen hergestellt.
  
   Die ersten magischen Insignien (Kronen, Armbänder, Amulette und so weiter) wurden in der Welt der Elfen vor etwa 73.000 Jahren geschaffen, und später den Priestern und Königen der Menschen übergeben. Dadurch entstanden dauerhafte und mächtige Dynastien, die das Geheimnis der Insignien bewahrten.
  
   Die aktivierten Insignien erlaubten die sehr nützlichen Informationen von entfernten Welten und Parallelwelten zu erhalten.
  
   Das Manuskript zeigte ein geheimes Schema eines dieser Insignien, die einen Kristall des Lasursteins enthielt. Dieser Kristall war eine Komponente in einer komplizierten elektronischen Schaltung. Durch Platzierung der Insignie auf der Oberseite des Kopfes wurde der Zugang zu Informationen aus den parallelen Welten aktiviert, wo die Entwicklung unter günstigeren Bedingungen, im Vergleich zu unserer Welt, verlief.
  
   Durch Kopieren der Muster aus einer parallelen Realität, die von bestimmter Tragödien oder Rückschlägen nicht getroffen wurde, könnte der Verlauf der aktuellen Ereignisse in unserer Welt geändert und eine positive Wirkung auf den menschlichen Körper erzielt werden.
  
   Die Elfen hatten die Hoffnung, die verlorenen Eigenschaften der Menschen mit Hilfe der Insignien wiederherzustellen, um eine mögliche Besiedlung der Erde durch die Elfen neu zu starten. Aber der Prozess konnte nun mehrere tausend Jahre dauern.
  
   Damit schloss der erste Teil des Manuskripts ab. Der letzte Teil des Dokuments enthielt die folgende Geschichte von Herzog Albrecht III. Wittelsbach.
  
   Prinz Albrecht, der einzige Sohn und Thronfolger des Herzogs Ernst stärkte sich in den weltbekannten Thermalbädern nach seiner Teilnahme an einem Ritterturnier in Augsburg. Dort lernte der bayerische Herzogssohn die schöne Baderstochter Agnes Bernauer kennen und verliebte sich in sie.
  
   Der Vater von Agnes - der Friseur, Bademeister und Arzt - Kaspar Bernauer war ein talentierter Chirurg, Balneotherapeut, Phytotherapeut und Erfinder.
  
   Im Mittelalter galt der Baderstand jedoch als unehrenhaft. Deswegen heiratete Prinz Albrecht seine Geliebte heimlich. Auf einer von der Würm umflossenen Insel baute er für seine Gemahlin das Schloss Pluedenberg (später Blutenburg genannt), wo sie glücklich zusammen lebten. Der ursprüngliche Name "Pluedenberg" bedeutet "Blumenhügel", welchen mit alten heidnischen Riten verbunden war.
  
   In dieser Zeit widmete Albrecht der Bernauerin das folgende Minnelied "Für Agnes":
  
  
   Als eine alte Seele
   trieb mich beständig um
   die Dunkelheit, die Leere.
   Ich war so taub, so stumm ...
  
   Dann stieß ich gegen etwas,
   verstand den Fluss der Zeit,
   die Freude an der Freiheit.
   Damit ging ich soweit.
  
   Der Jubel meiner Seele
   war unvollständig hier,
   bis ich Dich überraschend sah.
   Bin glücklich wegen Dir!
  
  
   Albrecht beschloss, in dem neu errichteten Schloss einen Baderaum mit heißen Thermoquellen nach dem Prinzip des Doktors Kaspar Bernauer zu konstruieren. Besonders um eines bat die schöne Agnes ihren Vater: "Papa, Papa, du weißt, wie ich das Baden mag!" Tatsächlich konnte Agnes von Kindheit an ungewöhnlich lange auf dem Boden einer großen Badewanne liegen ohne zu ersticken. Aber dazu später mehr.
  
   Dr. Bernauer war sehr zufrieden mit seiner Mission. Denn dadurch bekam er öfter seine schöne Tochter zu sehen.
  
   Unter der Leitung von Kaspar Bernauer wurde der Brunnenbau organisiert und ein Thermalschwimmbecken mit Rohrleitungssystem gebaut. Prinz Albrecht und seine Frau genossen die gemeinsamen Stunden im Baderaum.
  
   Im Jahr 1433 wurde Albrecht von seinem Vater Herzog Ernst zum Regenten der Stadt Straubing an der Donau ernannt. Daher lebten Albrecht und Agnes abwechselnd in Blutenburg und in Straubing.
  
   Herzog Ernst konnte die Gefährdung der Erbfolge durch die unstandesgemäße Verbindung seines einzigen Sohnes nicht akzeptieren.
  
   Da Albrecht sich nicht von der Bernauerin trennen wollte, sah sein Vater Herzog Ernst keine andere Möglichkeit, als sie unter dem Vorwurf der Liebeszauberei und der Hexerei anzuklagen und zum Tode verurteilen zu lassen. Während Albrecht zur Jagd in Landshut weilte, wurde Agnes Bernauer in Straubing von einer Brücke in die Donau gestoßen.
  
   In seiner Wut gegen den Vater rief Prinz Albrecht seine Leute zu den Waffen. Albrecht entschied sich im Kampf zu sterben und dadurch mit Agnes wiedervereint zu werden.
  
   Herzog Ernst bat den Kaiser Sigismund, einen friedensstiftenden Brief an Albrecht zu schicken. Deshalb kam es nicht zum Krieg, sondern zur Aussöhnung Albrechts mit seinem Vater.
  
   Sehr betrübt von Agnes Tod sperrte sich Prinz Albert freiwillig allein im Schloss Blutenburg ein. Aber im November 1435 kam Dr. Kaspar Bernauer unerwartet zu Albrecht, um die Geschichte von Agnes Hinrichtung zu erzählen.
  
   Tatsächlich ist folgendes vorgefallen. Anfang Oktober 1435 kurz vor Agnes Verhaftung kam Dr. Bernauer für ein paar Wochen nach Straubing, um seine Tochter zu besuchen. Darüber hinaus traf Kaspar Bernauer seinen alten Freund Jacob - ein rothaariger Riese, der als lokaler Henker in Straubing arbeitete. In seinen alten Tagen besuchte Jakob oft die Bernauers und er kannte Agnes schon aus der Kindheit, weil er im Nachbarnhaus in Augsburg geboren wurde.
  
   Plötzlich wurde Agnes verhaftet und zum Tod durch Ertrinken verurteilt, und der rothaarige Jakob wurde als Henker ernannt. Jacob nahm Agnes immer als seine eigene Schwester wahr, und er entwickelte einen Rettungsplan. Am Ort der Hinrichtung auf der Brücke über der Donau ersetzte er das Seil durch ein halb Verfallenes, mit dem er Agnes die Hände band. Agnes schaute Jakob mit Tränen und Gebeten in den Augen an, zitternd vor Angst, und er, bevor er sie von der Brücke schob, flüsterte ihr ins Ohr: "Das Seil ist faul. Versuch dich zu befreien und schwimm unter Wasser unsichtbar zum Busch. Verzeih mir."
  
   Und mit diesen Worten schubste Jacob die arme Agnes von der Brücke. Einige Zeit beobachtete der Büttel der Flussoberfläche. Agnes tauchte jedoch nicht wieder auf. Die Hinrichtung war vollzogen, und die Zuschauermenge begann sich zu zerstreuen.
  
   Jacob warnte Kaspar im Voraus von seinem Plan. Und als die Straßen schon leer waren, kamen die Freunde verkleidet zum Busch am Ufer des Flusses. Aber Agnes war nicht da. Kaspar sprang sofort ins Wasser!
  
   Aber ein bisschen Geschichte. Kaspar Bernauer war einer jener seltenen Menschen auf der Welt, denen die Eigenschaften der Amphibien teilweise erhalten blieben. Seit seiner Kindheit konnte er sehr lange Zeit unter Wasser bleiben, aber er wusste nicht, wie er diese Fähigkeit bekam. Und Agnes erbte diese genetischen Merkmale vollständig von ihrem Vater Kaspar.
  
   Dadurch war Jacob gezwungen ziemlich lang am Ufer der Donau warten, weil er nicht schwimmen konnte. Endlich sah er einige Wellen zwischen den Büschen, und dann kam Kaspar mit Agnes leblosen Körper in seinen Armen. Auf der Stirn des armen Mädchens war ein riesiger blauer Fleck. Offensichtlich hatte Agnes sich am Kopf gestoßen, und Kaspar fand seine Tochter unter Wasser bewusstlos nicht weit von den Büschen. Kaspar versuchte sofort den Puls von Agnes zu testen. Glücklicherweise schlug ihr Herz immer noch, aber sehr schwach.
  
   Am Ufer versuchten Kaspar und sein Freund, Agnes wieder zu Bewusstsein zu bringen, aber vergeblich. Die Freunde brachte Agnes in Jakobs Haus. In dem Wissen um die Fähigkeit seiner Tochter im Wasser zu "atmen", tauchte Kaspar Agnes in das gefüllte Becken. Sie zeigte plötzlich einige Lebenszeichen! Aber unglücklicherweise verlor Agnes die Fähigkeit Luft zu atmen und zu sprechen. Die Freunde waren trotzdem sehr glücklich, dass Agnes am Leben war! Agnes gab zu verstehen, dass sie sofort Albrecht sehen wollte. Aber Kaspar und Jakob mussten zwei Wochen warten, bis Agnes genügend zu Kräften gekommen war.
  
   Und dann kam der freudige Tag der Agnes Abreise. Jacob organisierte einen Wagen mit Pferden, auf den er ein Fass mit Wasser für Agnes stellte. Und Kaspar fuhr mit Agnes in dem Fass Richtung München, wo der arme Prinz Albrecht trauerte.
  
   Sobald sich der Wagen dem See vor dem Schloss näherte, ließ Kaspar die Tochter im See frei, und sie verschwand sofort unter dem Wasser. Dann traf sich Kaspar mit Albrecht im Schloss und erzählte ihm alles in Kürze. Albrecht lief sofort zum See und rief nach Agnes! Sie kam kurz zu ihm, und sie umarmten sich schluchzend! Nun, was sollten sie tun?
  
   Jedoch kommen die Schwierigkeiten selten allein. Nach ein paar Tagen überkam Bayern eine schreckliche Kälte, und der See wurde schnell eiskalt! Agnes konnte nun entweder im See sterben, oder sich zu entdecken geben und nochmals hingerichtet zu werden.
  
   Albrecht und Kaspar beteten in Tränen zum Himmel um Hilfe. Plötzlich hörte Kaspar eine Stimme. Es war die Stimme eines Elfen. Und das hörte auch Agnes. Eine weitere seiner verborgenen Fähigkeiten erwachte - die Telepathie. Es stellte sich heraus, dass Kaspar die Sprache der Elfen verstand und mit ihnen kommunizieren konnte.
  
   Die Elfen kamen zur Rettung: der See leuchtete plötzlich auf und Agnes verschwand. In der Tat transportierten die Elfen Agnes durch ein Wurmloch zu dem Planeten der Elfen, wo sie in einen Schwan verwandelt wurde. Einige Zeit später brachten die Elfen Agnes wieder zurück in den See. Jetzt konnte Agnes den harten Winter ohne Verdacht auszulösen versteckt im Schloss überleben.
  
   Die Elfen teleportierten dann zu Albrecht eine Insignie, und Kaspar lehrte ihn mit Hilfe der Elfen dieses Gerät zu verwenden. Mit der Insignie konnten Albrecht und Agnes auf telepathische Weise mit einander kommunizieren. Später übertrugen die Elfen durch die Insignien den ersten Teil des Manuskripts an Albrecht, sobald der Prinz die Sprache der Elfen gelernt hatte. Auf Anweisung der Elfen wurde das fertiggestellte Manuskript zusammen mit den geprägten Münzen an einem bestimmten Ort in dem Tongefäß vergraben. Die Elfen hofften, auf diese Weise die in dem Manuskript enthaltenen geheimen Informationen an nachfolgende Generationen des Hauses Wittelsbach zu vermitteln.
  
   Nach ihrer Wiederbelebung in der Form eines Schwans, wurde Agnes ein sehr gutes Geschöpf, das den Menschen gerne half. Besonders die Brautpaare, die ihre Hochzeit im Schloss feierten und die Schwan-Agnes auf dem See sahen, hatten viel Glück und gebaren gesunde und schöne Kinder.
  
   Gerüchte über das Wunder verbreiteten sich schnell unter den Menschen. Dadurch wurde das Schloss Blutenburg schon im Mittelalter ein Wallfahrtsort von Brautpaaren.
  
   Albrechts Schicksal entwickelte sich auch nicht einfach. Natürlich konnte Albrecht seinem Vater nicht verzeihen und versöhnte sich mit ihm nur aus Mitleid für seine Untertanen. Nach der Versöhnung mit dem Herzog Ernst wurde Albrecht 1436 gezwungen, die Herzogin Anna von Braunschweig-Grubenhagen-Einbeck zu heiraten. Diese Ehe war rein politischer Natur. Aber sein ganzes Leben lang liebte Albrecht nur eine Frau - seine blonde Schönheit Agnes.
  
   Im Jahre 1438, nach dem Tod seines Vaters, wurde Albrecht offiziell Herzog von Bayern-München, aber er war nicht an Politik interessiert und übergab die ganze Macht seiner Frau, weil Herzogin Anna einen harten, bestimmenden und autoritären Charakter besaß. Aus diesem Grund lehnte er auch das Angebot, König von Böhmen zu werden ab. Kurz darauf war Albrecht gezwungen, mit seiner Familie in die Residenz der Wittelsbacher im Herzen von München umzuziehen. Aber Albrecht konnte dem Familienleben nicht lange standhalten und lebte oft allein im Schloss Blutenburg, wo er die meiste Zeit im Gebet und in Gemeinschaft mit Agnes verbrachte.
  
   Das Manuskript endet mit einem geheimnisvollen Satz. Es stellt sich heraus, dass die Elfen Albrecht III. den Vorschlag machten, ihm am Ende seines Lebens einen Schwan-Körper zu geben. Und Albrecht entschied, dass er wie Agnes in einen Schwan verwandelt werden wollte.
  
   Somit blieben Albrecht und Agnes immer zusammen. Die Liebe von Albrecht und Agnes gewann!
  
   Damit endete das Manuskript.
  
   Diese sehr mysteriöse Geschichte passierte im 15. Jahrhundert im Schloss Blutenburg. Da ich von meiner Wohnung innerhalb weniger Minuten mit dem Fahrrad zu dem Schloss fahren konnte, besuchte ich oft die Insel, auf der das Schloss so wunderschön liegt, und schaute auf den See, in der Hoffnung Agnes zu sehen. Manchmal schien es mir, dass die zwei weißen Schwäne, die auf dem See schwammen, Agnes und Albrecht waren!
  
   Im Jahr 2013 errichtete der Bildhauer Joseph Michael Neustifter im Auftrag des Stifterehepaares Ursula und Fritz Heimbüchler das Denkmal für die liebende Bernauerin und gab ihm den Titel "Ein Denkmal für die Liebe". Dieses ungewöhnliche Denkmal strahlt eine verborgene positive Energie aus. Und immer, wenn ich das Schloss besuchte, näherte ich mich dem Denkmal und hörte oft von den Besuchern, dass es angeblich einen Funken der leidenschaftlichen Liebe von Agnes und Albrecht trägt, und das Schicksal der Menschen, vor allem von frisch Vermählten positiv beeinflussen kann. Ich spürte auch, dass ich durch den Einfluss des Denkmals der Liebe, wenn ich es berührte, eine Ladung kreativer Energie erhielt.
  
   Und dann kam ich plötzlich zu einer verrückten Idee. Wieder einmal sah ich mir die Materialien, die ich vom dem Museumsdirektor erhielt, und entschied mich einem möglicherweise riskantem Experiment auszusetzen. Nach der Beschreibung und den Zeichnungen, die ich im Manuskript von Prinz Albrecht gefunden hatte, versuchte ich, eine magische Insignie zu entwerfen. Das war das Gerät, das Albrecht half, nach den tragischen Ereignissen auf übernatürliche Weise mit Agnes zu kommunizieren. Ich dachte, dass die Insignie vielleicht mir helfen könnte, die Freude an der Kreativität wieder zu erlangen. Warum nicht?
  
   Nach dem theoretischen Studium des Gehirns in der Bibliothek, kaufte ich bei einem Juwelier einen Kristall des Lasursteins, montierte die Schaltung und schloss die Batterie an. Zu meinem großen Erstaunen, begann der Kristall zu klingen, und ich brachte die aktivierte Insignie an den Bereich des "dritten Auges" auf der Oberseite meines Kopfes an ... und plötzlich spürte ich die Wirkung der Insignie!
  
   Ich war blind, aber jetzt sah ich das Licht! Alles rund um mich bekam die neuen Farben! Unter dem Einfluss der Insignie, veränderte sich meine Wahrnehmung der Welt. Und ich begann, diese besondere Vision auf meinen Porträts zu reflektieren, und ich nannte dieses Phänomen "Portrait der inneren Schönheit". Ich bemerkte, dass meine Porträts positiv und gesundheitsfördernd auf die Menschen wirkten. Und nicht nur das Bild beeinflusste die Person, sondern auch der Prozess der Zeichnung und der Prozess der Kommunikation bei der Erstellung des Porträts. Und die Beobachter spürten auch die positive Wirkung des "Portraits der inneren Schönheit".
  
   Früher übertrug ich ein menschliches Gesicht auf Papier sehr formal und mechanisch. Portraits waren stumpf, flach und leblos. Nun aber sah ich hinter eine Menschen eine Menge positiver Welten, die ich auf Papier brachte, und das Porträt kam zum Leben, begann zu kommunizieren, die Person zu unterstützen, ihm Vertrauen und Freude zu vermitteln, neue Kraft zu geben ...
  
   Ich war ziemlich glücklich, aber dann passierte plötzlich das Unerwartete. Ein paar Monate später, an einem "perfekten" Tag, waren die Insignie, sowie die Kopien des Manuskripts und seine Übersetzung verschwunden! Alle meine Wunder-Archive waren weg! Es war eine echte Katastrophe! Gestern war ich so glücklich, ich befand mich auf dem Höhepunkt des kreativen Schaffens, und plötzlich zerbrach, verschwand, starb alles auf einmal!
  
   Es tat mir sehr Leid, aber als ich mich ein wenig von dem Schock erholt hatte, beschloss ich zu handeln! Ich hatte in der Tat fast alles in meinem Kopf, und ich nahm einen Bleistift. Das Wichtigste war, zu versuchen, die Insignie erneut zu konstruieren!
  
   Zu meinem Unglück scheiterte ein Versuch, eine neue Insignie ohne genaue Zeichnungen zu bauen. Plötzlich dämmerte es mir! Warum sollte ich nicht noch einmal im historischen Museum die Kopien der Dokumente beantragen? Ich sprang sofort auf mein Fahrrad und stürmte zum Museum.
  
   Stellen Sie sich meine Überraschung vor, als ich auf dem Gelände des Museums ein ganz gewöhnliches Wohnhaus fand!
  
   Völlig überwältigt, fuhr ich zum Schloss Blutenburg und ging zum See. Es war niemand in der Nähe. Plötzlich hörte ich ein Plätschern ... Ich schauderte, drehte sich um und sah in das schöne Gesicht der jungen Agnes! Ich schloss die Augen und öffnete sie wieder! Das wunderbare Gesicht war verschwunden, aber entlang des Ufers schwammen zwei weiße Schwäne. Konnten die Elfen den Wunsch von Albrecht III. erfüllen? Und ich sah vor mir die glückliche Agnes mit ihrem Geliebten?
  
   Ich erinnere mich nicht, wie ich nach Hause kam ... Ich legte mich auf das Sofa und schlief sofort ein ...
  
   Und ich hatte einen seltsamen magischen Traum. Es war eine Fortsetzung der Geschichte von Agnes und Albrecht. Am 29. Februar 1460 transportierten die Elfen Agnes und Albrecht zu ihrem Planeten. Und für eine Weile lebten Agnes und Albrecht bei den Elfen. Durch bestimmte Operationen und Aktionen schenkten die Elfen ihnen das ewige Leben. Dann, um den Wunsch von Albrecht zu erfüllen, erstellten die Elfen von Agnes und Albrecht mehrere Inkarnationen und brachten sie zum Schloss Blutenburg. Die erste Inkarnation war ein Paar weiße Schwäne am See. Die zweite Inkarnation wurde in das "Denkmal für die Liebe" gelegt. Die dritte Inkarnation war "Das Phantom von Agnes", das manchmal in Form eines kaum wahrnehmbaren Bildes in verschiedenen Teilen des Schlosses Bluten erschien.
  
   Überraschenderweise sah ich während dieses Traums das Gesicht von Agnes, voller Liebe, Freude und Glück. Sie lächelte plötzlich und sprach zu mir, dass ich die Insignien nicht mehr bräuchte, um ein "Portrait der inneren Schönheit" zu schaffen ...
  
   Und ich wachte absolut glücklich nach diesen Worten von Agnes auf! Aber es war voller Sorge, dass es nur ein Traum gewesen sein könnte.
  
   Ich eilte in den Park und bot dem ersten besten Menschen ein Bild als Geschenk an. Er war einverstanden. Und ich schaffte es! Wieder fühlte ich eine Verbindung mit parallelen Welten, die ich auf Portrait übertragen konnte!
  
   War es vielleicht doch nicht nur ein Traum? Und Agnes und Albrecht übertragen immer noch durch ihre mystischen Inkarnationen eine positive Wirkung auf uns?
  
   Über den Ursprung des Namens "Pluedenberg", fand ich in den Archiven folgende Informationen. Nach einer mehr als tausend Jahre alten Sage ist die Insel "Pluedenberg", auf das Schloss Blutenburg erbaut wurde, eine Art von positivem Energie-Hub: Die erste bekannte Siedlung der Indogermanen befand sich an diesem Ort schon vor etwa 4000 Jahren. Der Name dieses mysteriösen Hügels "Pluedenberg" oder "Blumenhügel" blieb ihm offenbar aus diesen alten Zeiten erhalten und ist mit dem heidnischen Glauben verbunden, dass, wenn man im Frühjahr zu diesem Ort kommt, einen Rosenbusch findet, die Rose streichelt und einen Wunsch äußert, könnte dieser Wunsch in Zukunft war werden.
  
   Und mir schenkte das Schloss Blutenburg auf der magischen Insel "Blumenhügel" die Fähigkeit die "Portraits der inneren Schönheit" zu schaffen.
  
   Wollen Sie, dass ich von Ihnen ein persönliches "Portrait der inneren Schönheit" genau hier und jetzt erstelle? Dann kommen Sie bitte auf die Bühne! Setzen Sie sich hier hin, drehen Sie bitte den Kopf ein wenig, so das ist gut, danke, und versuchen Sie, sich etwa 5 Minuten nicht zu bewegen. Und das Publikum kann den Prozess der Schaffung eines "Portraits der inneren Schönheit" auf der Leinwand sehen.
  
  
  
  
  
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